Der erste Brei
Schön ist es zu stillen und gesund. Und so manches Baby entwickelt sich dank Muttermilch zu einem wahren Wonneproppen. Aber es kommt die Zeit da deckt Muttermilch allein nicht mehr den Energie- und Nährstoffbedarf eines Kindes. Zeit zuzufüttern.
Aber Eile ist keine nötig. Im Gegenteil. Zwar ist bereits im fünften Lebensmonat eine langsame Beikosteinführung möglich, aber ebenso gut kann noch zwei Monate gewartet werden. Und auch dann sollten die fremde Mahlzeit und das Kind nur langsam und allmählich aneinander herangeführt werden. Die Verdauungsfunktionen eines Babys sind noch nicht voll ausgereift, Allergiegefährdungen sind zu berücksichtigen und nicht wenigen Kindern bereitet die Löffelfütterung überhaupt Anfangsschwierigkeiten.
Empfohlen wird deshalb die Einführung der Beikost mit einer reinen Gemüsezubereitung. So kann eine Milchmahlzeit anfangs z.B. schlicht aus einem Brei fein pürierter Möhren oder ähnlich mildem Gemüse wie Pastinaken ersetzt werden. Nicht selten essen Babys zunächst nur wenige Löffel, andere sind weniger zögerlich. Je nach Tempo des Kindes können Sie die Karotten bzw. Pastinaken mit Kartoffeln und etwas Rapsöl mischen und schließlich regelmäßig außerdem Fleisch hinzufügen. Ein solcher Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei liefert Eisen, Zink, essentielle Fettsäuren und Vitamine. Wer sein Kind vegetarisch ernähren und auf das Fleisch verzichten möchte, muss sich Gedanken um alternative Eisenquellen machen.
Nach einem gelungenen Monat der Beikosteinführung kann eine weitere Milchmahlzeit ersetzt werden, z.B. durch einen Milch-Getreide-Brei. Wiederum einen Monat später kann als dritter Brei ein milchfreier Getreide-Obst-Brei eingeführt werden. Diese in Lebensmitteln und Nährstoffen unterschiedlichen Breie bieten gemeinsam mit den Milchmahlzeiten eine ausgewogene Ernährung.
Wer die Breie selbst zubereiten möchte, sollte wert auf die Bioqualität der Lebensmittel legen, die Lebensmittelanzahl möglichst gering halten und auf Salz und Süßungsmittel verzichten. Wer auf Fertigprodukte zurückgreifen möchte, kann dies beruhigt tun, sofern er vorher einen Blick auf die Zutatenliste geworfen hat. Denn was für selbst zubereitete Breie gilt, sollte natürlich auch für Fertigbreie gelten.
Um Karies zu vermeiden, sollten Breie keine Zuckerzusätze enthalten und tun es doch allzu häufig, deklariert als Fructose, Glucose, Glucosesirup, Honig, Maltodextrin, Maltose, Saccharose, verschiedene Dicksäfte oder Sirupe. Die Produkte sollten außerdem weder Salz noch geschmacksgebenden Zutaten wie Gewürze, Nüsse, Schokolade, Kakao, Aromen etc. beinhalten, um potentielle Allergieauslöser zu vermeiden. Vollkorngetreide ist aufgrund seiner Nährstoffe anderem Getreide vorzuziehen. Und Milch und Milchprodukte sollten ausschließlich im Milch-Getreide-Brei enthalten sein, da eine andernfalls erhöhte Eiweißzufuhr Leber und Niere des Säuglings unnötig belasten würde.
Hat man sich so im Laufe der Monate vertraut gemacht mit der großen Babybreiproduktpalette, mit Rezepten, Aufbewahrungs- und Portionierungstücken und den Vorlieben des eigenen Kindes, ist das Kleine hast-du-nicht-gesehen schon wieder gewachsen, 10 Monate alt und bereit für den Übergang zum Familienessen. Soviel zum Babybrei.
