Gesunde Ernährung

Neun Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind übergewichtig, sechs Prozent schwer. Auch Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind oft Folge von Bewegungsmangel und schlechten Essgewohnheiten. Es fehlt an Nährstoffen.

Gesunde, nährstoffreiche Lebensmittel sind häufig teuer. Das Biovollkorndinkelbrot kostet schlicht mehr als der Weißmehltoast. Und der Fruchtsaft mehr als der Fruchtnektar. Zunächst aber lässt sich durch den Verzicht auf ungesunde Lebensmittel Geld einsparen. Als erstes lassen wir die Süßigkeiten weg. Und auch, was sich als salzige Knabberei ausgibt, enthält häufig reichlich Zucker und noch mehr Fett. Koffeinhaltige Getränke, wie Schwarztee, Kaffee, Eistee und Cola sind für Kinder ungeeignet. Auch auf gesüßte Getränke, wie Limonaden, Fruchtsaftgetränke und Fruchtnektare sollte schlicht verzichtet werden. Und ersetzt werden können sie zwar regelmäßig durch verdünnte Fruchtsäfte, besser aber durch Wasser und Kräutertees. Was sich da für Geld sparen lässt...

Auch der Verzicht auf Fast Food wie Hamburger, Pommes, Pizza und Döner wird kaum das Familienportemonnaie belasten. Aber Zeit fordert es, täglich frisch zu kochen und die ist in vielen Familien noch knapper als Geld. Nun gibt es nicht nur aufwendige gesunde Rezepte. Und außerdem hilft da kein Jammern. Wer auch seiner eigenen Gesundheit zu Liebe nur ungern kocht, der muss es doch für seine Kinder. Aus vielen pflanzliche Lebensmitteln wie Getreide, Obst, Kartoffeln, Nudeln und Reis, mit nur geringem Anteil an tierischen Lebensmittel wie Milch, Käse, Fleisch, Wurst, Eiern und Fisch und mit wenig Fett, wie Öl, Butter oder Sahne. Und beim gemeinsamen Kochen, Tischdecken und Essen hat noch niemand Zeit verloren.

Was aber, wenn nach dem Kochen voller Liebe eine Familie voller Suppenkasper das Essen verschmäht? Dem Lehrbuch nach sollte das nur selten geschehen, wenn Kinder aktiv in den Herstellungsprozess miteinbezogen werden. Wenn sie selbst mit Sorgfalt Platzdeckchen, Gläser und Löffel arrangiert und immer wieder umgelegt haben. Wenn sie selbst unter größter Mühe Gurken geschnitten haben und dabei fast einen Daumen ließen. Sie essen trotzdem nicht, die Kinder fern der Lehrbücher. Nicht alle Kinder essen viel. Schmächtige Kinder brauchen ebenso wie kleine oder eher ruhige Kinder schlicht keine Mengen, um ihren Nährstoffbedarf zu decken. Und wer keinen Hunger hat, sollte nicht essen müssen.

Andererseits brauchen auch die aktivsten und größten aller Kinder nicht beständig etwas zwischen den Zähnen und sei es auch noch so gesund. Kinder brauchen regelmäßige Mahlzeiten. Sie sollten morgens, mittags und abends essen und trinken und bei Hunger die Möglichkeit auf Zwischenmahlzeiten haben. Aber eben nur, wenn sie hungrig sind und mindestens eine Stunde vor den Hauptmahlzeiten. Damit Kinder lernen, ihren Hunger wahrzunehmen, darf Essen nie als Erziehungsmittel dienen, nicht zum Trost und auch nicht zur Belohnung. Sonst ist es nicht verwunderlich, wenn sie später in ihrem Leben schwierige Lebenssituationen mit dem Kühlschrank zu lösen versuchen. Da nehmen wir unsere Kinder doch lieber in den Arm, wenn sie gefallen sind. Später können wir immer noch lustvoll unser teures Vollkornbrot kauen.


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