Die Wahl von Kinderarzt und Kinderärztin
Freundlichkeit
Zur Erstausstattung jedes Babys gehört auch ein Kinderarzt. Und wie das erste Spielzeug sollte auch er kindgerecht sein, in diesem Fall einfühlsam und freundlich. Das sollte er auch in Stresssituationen bleiben und so braucht es häufig ein oder zwei Belastungsproben, bevor man sich seiner Wahl sicher sein kann. Das gilt ebenso für das Praxispersonal. Die Arzthelfer sind es doch häufig, die unsere Kinder wiegen und messen, aber auch die unsere aufgeregten Anrufe entgegennehmen. Gerade in den nicht gerade rosigen Krankheitsphasen unseres Lebens sollten wir und unsere Kinder nur Menschen um uns haben, die uns freundlich begegnen und denen wir vertrauen. Um entsprechende Kinderärzte zu finden, muss man sich nicht bei jedem persönlich vorstellen. Die Meinungen von Freunden und Bekannten sind hier häufig viel wert.
Organisation
Einige ganz praktische Kriterien sollten außerdem bei der Wahl des Kinderarztes berücksichtigt werden. Die Praxis sollte einfach und schnell erreichbar sein, stimmige Öffnungszeiten haben und ihre Termine so organisieren, dass nicht trotz Termin lange Wartezeiten entstehen.
Fachliche Kompetenz
Einen Kinderarzt wechselt man nicht so häufig wie die Stramplergrößen. Im Zweifelsfall bleibt er die ganze Kindheit über erhalten. Im Laufe der Jahre wird mehr von ihm erwartet werden als Freundlichkeit und eine gut organisierte Praxis. Als Laie ist es sehr schwierig, die fachliche Kompetenz eines Arztes einzuschätzen. Erwarten lässt sich aber, dass ein Arzt seine Diagnose ebenso wie seine Behandlungsvorschläge transparent macht. Auf mögliche elterliche Bedenken sollte er eingehen und mögliche Alternativen diskutieren. Viele Kinderärzte haben außerdem Zusatzqualifikationen vorzuweisen, etwa in Homöopathie oder Akupunktur. Ein solches Zusatzangebot, nicht nur für Privatpatienten, kann ein wichtiger Entscheidungsgrund bei der Wahl eines Kinderarztes sein.
Der Blick über den Tellerrand
Ärzte sind nur Menschen. Sie sind weder allmächtig noch allwissend. Umso wichtiger ist die Wahl eines Arztes, der sich seiner eigenen Grenzen bewusst ist. Dass er selbst z.B. den Grund für das ewige Schreien eines Säuglings nicht findet, bedeutet nicht, dass es diesen Grund nicht gibt. Beruhigende Worte allein helfen hier nur selten. Ein Kinderarzt sollte in der Lage sein über seinen eigenen Tellerrand hinauszublicken und an andere Fachleute weiterzuverweisen, wo ihm Wissen oder Können fehlt. Dabei sollte er nicht nur Fachärzte im Blick haben, sondern auch Therapeuten und weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Gute Kinderärzte gibt es in jeder Stadt. Gut, wenn man sie hat, noch besser, wenn man sie nicht braucht.
