Sonnenschutz
Hautkrebsrisiko
120000 Neuerkrankungen an verschiedenen Hautkrebsarten gibt es jedes Jahr in Deutschland. Um die 3000 Menschen sterben daran jährlich. Verantwortlich für diese Erkrankungen ist in vielen Fällen UV-Strahlung. Als besonders gefährlich gelten Sonnenbrände im frühen Kindesalter. Aber auch intensive Sonneneinstrahlung, die statt zu einem Sonnenbrand zu einer noch so gesund wirkenden Bräune führt, erhöht das Hautkrebsrisiko. Bei diesen Zahlen bleibt man doch gerne im Haus.
Vitamin-D
Andererseits braucht unser und so auch der kindliche Körper Sonne zur Bildung von Vitamin D3. Ein Quadratzentimeter Haut kann im Laufe einer Stunde Sonnenschein etwa 10 Einheiten (IE) Vitamin D produzieren. Der Tagesbedarf beträgt bei Säuglingen 400 IE, bei älteren Kindern 200 - 400 IE. Damit reicht es, wenn UV-Licht auf Gesicht und Hände scheint und das eine halbe Stunde und bei bedecktem Himmel. Allerdings gilt die Sonnenbestrahlung in den deutschen Wintermonaten als zu gering, um eine ausreichende Vitamin-D-Bildung in der Haut zu gewährleisten. Und so erhalten Säuglinge meistens Vitamin-D-Prophylaxen in Tablettenform. Und während Muttermilch weniger als 60 IE pro Liter enthält, enthalten auch industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrungen etwa 400 IE pro Liter. Durch Vitamin-Präparate also ist der kindliche Bedarf an Vitamin-D effektiv abzudecken und die Sonne wird überflüssig.
Aber wie zufriedenstellend ist der Gedanke, dass unsere Babys dank Vitamin-D-Präparat ihre Tage im Haus verbringen? Wie häufig war die Vitamin-D-Versorgung unserer Kinder denn ausschlaggebend für den Aufenthalt im Freien? Unter freiem Himmel sein macht glücklich. Uns und unsere Kinder. Frische Luft ist wichtig für die kindlichen Abwehrkräfte, sie regt zu Bewegung und Entdeckungsreisen an.
Sonnenschutz
Also gehen wir wieder raus, nur etwas umsichtiger. UV-Strahlen sind sehr unterschiedlich stark, abhängig von Tages- und Jahreszeit, geographischer Breite, Witterung und Bewölkung. In der Mittagszeit, zwischen 11 und 15 Uhr, ist die Sonne am Intensivsten. Sie sollte in deutschen Sommern gemieden werden. Auch ist der Schatten der direkten Sonneneinstrahlung vorzuziehen. Es gilt aber zu bedenken, dass Schatten die UV-Belastung zwar um 50% reduziert, durch Reflexionen und Umgebungsstrahlen aber auch das Kind unter dem Sonnenschirm UV-Strahlen ausgesetzt ist. Und wie hält man ein solches Nicht-mehr-Baby überhaupt im Schatten? Leicht ist das nicht. Umso wichtiger ist schützende Kleidung. Ein gewöhnliches T-Shirt hat etwa einen Lichtschutzfaktor von 10. Das allein ist nicht ausreichend. Es gibt aber auch Kleidung mit deutlich höherem UV-Schutz. Langärmlige, dicht gewebte, locker sitzende Kleidung ist hier die richtige Wahl. Oder aber spezielle UV-Schutz-Kleidung. Gesicht und Nacken können durch breitkrempige Hüte geschützt werden. Auch der Fußrücken sollte durch Sandalen nicht ungeschützt bleiben. Sonnenbrillen mit 100 % UVA- und UVB-Schutz reduzieren die Gefahr von Augenschäden. Und Sonnencreme kann ihr Übriges leisten.
Sonnencreme
Diese muss einen besonders hohen Lichtschutzfaktor (30 oder höher) aufweisen und großzügig verwendet werden, um wirksam sein zu können. Auf Nebenwirkungen und Gesundheitsschäden sind die unterschiedlichen Sonnencremeprodukte allerdings noch nicht 100% geprüft. In die Kritik sind zum Beispiel nanopartikelhaltige Cremes geraten. Bei empfindlicher Haut sollte grundsätzlich auf inhaltstoffarme Mittel zurückgegriffen werden. Farb- und Duftstoffe sind überflüssig und können wie auch Konservierungsstoffe Grund von Unverträglichkeiten sein.
Sonnenschutz ist also auf vielerlei Weise möglich. Sie passt sich am Besten der jeweiligen Sonneneinstrahlung an. Wie auch unsere Laune.
