Bundesstiftung ’Mutter und Kind’
In Zeiten, in denen arbeitslose und gering verdienende Schwangere kaum Aussicht auf Elterngeld haben, kann einer solchen Frau schon schwindelig werden beim Gedanken an die Kosten, die da auf sie zukommen. Die Bundesstiftung ’Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens’ aber besteht fort und bietet ein wenig Trost, wenn auch nur kurzfristig.
Die Stiftung bietet bedürftigen Frauen einmalige finanzielle Unterstützung während ihrer Schwangerschaft. Dieses Geld, im Bundesdurchschnitt waren es im Jahr 2008 pro Hilfeempfängerin 629 Euro, ist bestimmt für Aufwendungen rund um Schwangerschaft, Geburt, Kleinkindpflege und -erziehung (z.B. Schwangerschaftskleidung, Babyerstausstattung, Betreuungskosten).
Die Stiftungsmittel sind nicht auf andere Sozialleistungen anrechenbar und nicht pfändbar. Sie können in Schwangerschaftsberatungsstellen gestellt werden. Also z.B. bei der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Diakonischen Werk, bei donum vitae, Pro Familia, beim Sozialdienst katholischer Frauen oder bei den Schwangerschaftsberatungsstellen der Städte und Landkreise. Die Beratungsstelle überprüft dabei die Einkommensverhältnisse der Antragsstellerin. Die Höhe der bewilligten Mittel soll sich dann nach der individuellen Situation der bedürftigen Frau richten.
Apropos bedürftige Frauen. Jährlich werden etwa 160000 Anträge auf Stiftungsmittel gestellt. Davon werden etwa 92% bewilligt. Damit erhält etwa jede 5. Schwangere Stiftungsmittel. Und apropos Mittelvergabe in Abhängigkeit zur individuellen Situation der werdenden Mutter. Bei der Höhe der bewilligten Mittel scheint der Wohnort weit entscheidender zu sein. Wie viel Frauen in den einzelnen Bundesländern gezahlt wird, richtet sich vor allem nach der Gesamtzahl der Hilfeempfängerinnen eines Bundeslandes, ihrem prozentualem Anteil an der Bevölkerung, sowie des verfügbaren Budgets aus Stiftungsmitteln. Damit liegen die durchschnittlichen Beträge in Ostdeutschland weiter sehr niedrig, sehr viel niedriger z.B. als im wirtschaftsstarken Bundesland Baden-Württemberg. Armes Deutschland.
