Krankenhausgeburt

Geburtserlebnisse sind unterschiedlich, unabhängig vom Ort, an dem sie stattfinden. Aber einige Erlebnisse kann man nur im Krankenhaus sammeln, von der Periduralanästhesie bis hin zum Kaiserschnitt.

Kaiserschnitt

Ca. 30% der Geburten in Deutschland sind Kaiserschnittgeburten. Das sind deutlich mehr als die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt. Sie hält nur zehn bis fünfzehn Prozent der Kaiserschnitte für nötig. Neben dem Trend zur außerklinischen Geburt gibt es aber eben auch den hin zum Wunschkaiserschnitt. Ganz leicht fällt es mir nicht, nicht allzu negativ über Wunschkaiserschnitte zu schreiben. Aber die Spontangeburten meiner Kinder waren eben auch so schmerzhaft wie schön und vor allem angstfrei.

In England wurde ein Wunschkaiserschnitt Victoria Beckhams harsch kritisiert. Too posh to push! (etwa: „Zu vornehm zum Pressen!“) wurde der ehemaligen Posh Spice öffentlich vorgeworfen. Diese Kritik ist sicher verfehlt. Auch als Wunschkaiserschnittgegnerin muss man die Gründe ernst nehmen, die Frauen zu einem Wunschkaiserschnitt bewegen. Die meisten dieser Frauen haben schlicht Angst vor dem Geburtserlebnis. Dies kann in traumatisierenden Vorerlebnissen begründet sein. Besonders bitter ist es aber, wenn Erstgebärende durch Ängste zum Kaiserschnitt getrieben werden. Hier gilt es weniger die Frauen, als medial inszenierte Geburtsbilder zu kritisieren.

Periduralanästhesie

Umso angstbesetzter eine Frau in die Geburt ihres Kindes geht, umso schmerzhafter wird sie diese wahrscheinlich empfinden. Neben dem Kaiserschnitt steht ihr aber auch die Periduralanästhesie (PDA) bei einer vaginalen Geburt zur Verfügung, um dem natürlichen Geburtsschmerz zu mindern. Diese betäubt nach etwa fünfzehn Minuten Unterleib und Beine. Entsprechend eingeschränkt ist die Bewegungsfreiheit der Frau. Bewegung und Stellungswechsel werden unmöglich. Manch eine Frau fühlt sich entsprechend ausgeliefert. Wenn die PDA außerdem die Wehentätigkeit vermindert, kann eine Infusion von Wehenmitteln erforderlich sein. Viele Frauen sind nichtsdestotrotz sehr glücklich über die Möglichkeit auf diese Weise schmerzarm zu gebären.

Natürlicher Geburtsverlauf

Viele andere Frauen aber wünschen sich einen natürlicheren Geburtsverlauf. Sie wollen nicht von Kabeln umgeben, bewegungsunfähig auf das Ende der Entbindung wartend verharren. Sie entscheiden sich häufig für eine außerklinische Geburt. Aber auch Krankenhäuser ermöglichen solche Geburten. Auch im Krankenhaus können Frauen ihrem eigenen Rhythmus folgend gebären, noch dazu in den unterschiedlichsten Gebärpositionen, dank Wasserbecken und aufwendiger Geburtsbetten. Als problematisch können Schichtwechsel und unsympathische Geburtsbegleiter empfunden werden. Aber auch Krankenhäuser bieten mit Beleghebammen die Möglichkeit zur kontinuierlichen Betreuung durch einen ausgesuchten Menschen. Sinn macht es, sich im Vorfeld die Krankenhäuser der Umgebung anzuschauen und zu prüfen, ob dort eine Atmosphäre herrscht, in der Frau entbinden möchte.

Aber Wohlbefinden hin oder her. Krankenhäuser bieten die Möglichkeit medizinischer Betreuung. Diese mag nicht häufig nötig sein, aber manchmal eben doch. Gut, dass es sie gibt.


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