Fehlgeburten
Fehlgeburt nennt man den frühen Verlust der Leibesfrucht. Im Gegensatz zur Totgeburt wiegen diese Embryonen und Föten noch keine 500 Gramm und sind in keinem Fall außerhalb des mütterlichen Körpers lebensfähig. Jede zweite Schwangerschaft endet mit einer Fehlgeburt. Mit dieser Statistik vor Augen fällt es vielen Frauen in der Frühschwangerschaft schwer, ungetrübt guter Hoffnung zu sein. Beunruhigt horchen sie in den eigenen Körper und leiden doppelt unter Bauchschmerzen, ob nun durch die veränderte Darmtätigkeit oder durch Bänderdehnungen in der Schwangerschaft hervorgerufen.
Dabei finden die meisten Fehlgeburten unbemerkt statt, bevor eine Schwangerschaft überhaupt festgestellt wurde. Die Regelblutung setzt pünktlich oder nur wenige Tage verspätet ein. Wenn durch Schwangerschaftstests oder Ultraschall eine Schwangerschaft erst einmal nachgewiesen wurde, ist das Risiko einer Fehlgeburt bereits deutlich gesenkt. Aber vor Augen halten will man sich auch diese Zahl nicht. 11 - 15 % aller wahrgenommenen Schwangerschaften enden innerhalb des ersten Schwangerschaftsdrittels, in einer Phase also, in der die Entwicklung des menschlichen Embryos so komplex wie störanfällig ist. Genetische Schäden können entstehen und sind Grund für 50 % aller Aborte. Aus der Distanz betrachtet, machen Fehlgeburten also durchaus Sinn. Der Körper hilft sich selbst. Schon im nächsten Zyklus könnte eine Frau erneut schwanger werden und diesmal hoffentlich mit einem sich gesund entwickelnden Embryo. Aber welches Elternpaar, das so viel Hoffnung, Wünsche und Träume in die kleine Leibesfrucht gelegt hat, kann diese Distanz einnehmen. Geben Sie Ihrer Trauer einen Raum.
