Geburtsvorbereitung
Heute haben Frauen alle Möglichkeiten, um sich in Geburtsvorbereitungskursen auf die Geburten ihrer Kinder vorzubereiten. Da kann getanzt, geschwommen, geturnt und immer geredet werden. Da wird mit Puppen und Plastikhüften nachgestellt, mit Elan vorgeatmet, sich über Partner, Bälle und Seile gehängt. Da wird tief in sich hinein gehorcht und laut aus sich heraus getönt.
Die Kosten für maximal 14 Stunden (bis zu 76 Euro) und damit meist einen Kurs werden von den Krankenkassen übernommen. Vielen Frauen fehlen Geld und Zeit für mehr als diesen. Und darum muss sich Frau dann doch entscheiden. Welcher Kurs ist für sie der Richtige?
Erstgebärenden wird meist zum klassischen Geburtsvorbereitungskurs geraten. Hier erhalten Schwangere wichtige Informationen über die Spätschwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett. Informationen zugegeben, die ihnen ebenso über Bücher, Zeitschriften und Internetseiten zugänglich sind. Darüber hinaus aber können Schwangere in diesem Rahmen Entspannungs-, Atem- und Massagetechniken erlernen und Geburtspositionen erproben. Nicht zuletzt bietet ein solcher Geburtsvorbereitungskurs Raum für alle offenen Fragen, für Sorgen und Ängste und den Austausch mit anderen Frauen. Angeboten werden diese Kurse meist von Hebammen und für Frauen ab ungefähr der 26. Schwangerschaftswoche. Eine deutlich frühe Anmeldung ist sinnvoll.
Auch Frauen, die bereits Kinder geboren haben, haben nicht selten Ängste vor einer weiteren Geburt. Auch sie sind eingenommen von ihrer Schwangerschaft und voller Redebedarf. Außerdem leiden sie häufig unter anderen Schwangerschaftsbeschwerden als in früheren Schwangerschaften und brauchen entsprechend andere Ratschläge. Trotzdem lassen ihre gemachten Geburtserfahrungen sie sich häufig deplatziert fühlen in klassischen Geburtsvorbereitungskursen voller Erstgebärender. Bestimmte Informationen, z.B. über Säuglingspflege sind ihnen schlicht gut bekannt. Andererseits möchten sie sich vielleicht mit anderen Frauen über frühere Geburten austauschen. Vielerorts gibt es deshalb spezielle Kurse für Frauen, die bereits Kinder geboren haben.
Wer die Informationen nicht und den Austausch weniger braucht, wird sich wahrscheinlich gegen einen klassischen und für einen Bewegungskurs entscheiden. Hier wird der Körper gezielt auf die Geburt vorbereitet und in der Schwangerschaft gestärkt, ob nun durch Yoga, Schwimmen, (Wasser-)Gymnastik oder Tanz. Als Ergänzung zum klassischen Vorbereitungskurs ist dies für alle Frauen sehr empfehlenswert. Nicht nur entlastet bewusste Bewegung den beanspruchten Körper, auch stärkt sie das Körpergefühl insgesamt und so auch das Gefühl für das Kind im eigenen Bauch.
Alle, auch noch so unterschiedlichen Geburtsvorbereitungskurse bieten den Frauen Raum für sich, ihren Körper und ihr Kind. Einen solchen Raum sollte jede Frau in Anspruch nehmen, auch bei der Geburt ihres Kindes. Aber vollkommen vorbereitet wird auch nach zahlreichen Kursen wohl kaum eine sein auf das Großereignis Geburt.
