Wochenbettwunden

"In dem Moment, in dem Du Dein Baby nach der Geburt endlich in den Armen hältst, werden alle Schmerzen vergessen sein.", sagen die Leute. Zu wenig gesprochen wird aber über die Beschwerden, die der Wöchnerin jetzt erst bevorstehen.

Eine Geburt ist anstrengend und ein Wöchnerinnenkörper meist sehr erschöpft. Blutverlust und Kaliummangel können Erschöpfungszustände noch erschweren. Und nicht nur der Körper ist erschöpft. Die hormonelle Umstellung ist Grund für die emotionale Labilität vieler Frauen. Mehr als jede zweite Frau leidet nach der Geburt unter leicht depressiven Verstimmungen, dem sogenannten Babyblues. Während die ungleich schwerere Wochenbettdepression ärztlicher Behandlung bedarf, sind hier Ruhe, Zeit und Zuwendung meist die angemessenen Mittel zur Heilung.

Auch bei Kaiserschnitt- und Dammschnitt- oder Dammrissnarben wird die Zeit Heilung bringen. Schmerzen durch eine Dammnaht verstärken sich allerdings häufig zunächst. Der Toilettengang wird zur Herausforderung, das Sitzen bereitet Beschwerden, das Gehen ebenso und an Geschlechtsverkehr ist bei aller Liebe nicht zu denken. Glück hat, wer jetzt nicht auch noch unter Verstopfung leidet.

Zu schweren, geschwollenen Beinen kommen schwere, geschwollene Brüste. Zweit-, Dritt- und Wievielt-auch-immer-Gebärende leiden als geübte Stillende seltener unter entzündeten Brustwarzen, Milchstau oder Brustentzündungen, dürfen stattdessen aber noch nach der Geburt mit schmerzenden Wehen, den Nachwehen, kämpfen. Das ist dann wohl gerecht, irgendwie. Freuen wir uns also über die Körperteile, die nicht schmerzen.

Wir waren während der Geburt tapfer, wir werden es im Wochenbett sein. Denn auch diese Schmerzen werden irgendwann vergessen sein und unser Baby bleibt. Gut, das wir darüber gesprochen haben.


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