Fahrradkindersitzwahl
Heck- oder Frontmodell?
500000 Fahrradkindersitze werden jährlich verkauft. Der Großteil davon sind Heckmodelle für die Montage über dem Gepäckträger. Das hat gute Gründe. So dürfen Kinder in Frontsitzen nur bis zu einem Gewicht von 15 Kilogramm transportiert werden. Ein Kindersitz ist zu diesem Zeitpunkt aber noch lange nicht überflüssig geworden, wenn man heute auch immer mehr Vierjährige auf eigenen Fahrrädern flitzen sieht. Wer also länger Freude an seinem Fahrradkindersitz haben möchte, sollte einen Hecksitz wählen. Der ermöglicht immerhin einen Transport von bis zu 22 oder sogar 25 Kilogramm schweren Kindern. Auch erlaubt aus Sichtgründen nur eine Montage hinter dem Fahrer hohe Lehnen, um Kinderrücken und Kinderköpfe abzustützen.
Allerdings erzeugen Hecksitze im Gegensatz zu Frontsitzen Pendelbewegungen des Fahrrades, wenn Kind sich nur genug bemüht und kräftig wackelt, zappelt und strampelt. Und zum Strampeln kann man neigen, wenn man stets nur den elterlichen Rücken vor sich hat und kaum Möglichkeiten sich zu unterhalten. Hier bieten Frontsitze klare Gesprächs- und Sichtvorteile. Und selbst, wenn das Kleinkind friedlich schläft und das dank der Liegeposition einiger Heckmodelle bequem, macht gerade diese Schlafposition das Fahrrad wacklig. „Also bei mir nicht“ sagt mein Freund und ist unnötig stolz auf sich. Denn der tiefe Durchstieg des Damenfahrrades, nicht etwa meine mangelnden Fahrkünste führen bei Hecksitzen zur Unstabilität.
Ich habe beide Fahrradkindersitzarten. Die gute Schwerpunktlage ist für mich ein entscheidender Vorteil der Frontsitze. Für meine Kinder sind der bessere Fahrerkontakt und die bessere Sicht ausschlaggebend. Sie wählen immer den Vordersitz. Aber wenn sie schlafen, bin ich es, die ihr Köpfchen balancieren muss und wenn sie durch den Wind, der ihnen vorne ins Gesicht schlägt, erkältet sind, bin ich es, die sie pflegen muss. Kinder sind so kurzsichtig.
