Kinderwagen – Auswahl
Angesichts des Geldes, das so mancher Kinderwagen kostet, macht es Sinn etwas länger über den Kauf nachzudenken. Angesichts der Zeit, die viele Kinder in diesem Wagen verbringen, umso mehr. Sicher muss so ein Kinderwagen sein, klar. Auf die Schadstoffbelastung ist zu achten, ebenso auf die Handhabung, Gewicht und Größe.
Sicherheit
Das Kriterium Sicherheit ist entscheidend. Durch TÜV- oder GS-Siegel wird dem Käufer hier die Auswahl leicht gemacht. Wagen, die eins dieser Siegel tragen, können als sicher gelten und entsprechend gekauft werden. Schwieriger wird es z.B. bei der Beurteilung der Schadstoffbelastung.
Schadstoffbelastung
Kinderwagenanbieter müssen sich nur an Vorschriften bezüglich einiger Schwermetalle halten und weit darüber hinaus gehen wenige. Wie absurd das ist, zeigt der Vergleich mit den Vorschriften für Spielzeug und also auch für Puppenkinderwagen. Diese Regelungen sind deutlich strenger und beinhalten z.B. auch Grenzwerte für einige Phthalate (Weichmacher). Unsere Kinder aber kuscheln in ihren Kinderwagen, kauen an den Gurten und erfassen ihn mit allen Sinnen. Die Substanzen jedoch, die z.B. 2009 in den meisten der von Stiftung Warentest geprüften Kinderwagen vorkommen, wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Phthalate, sind krebserregend und gefährden die Fortpflanzung. Zum Erleben gänzlich ungeeignet.
Funktionalität
Was die Schadstoffbelastung betrifft, so geben nur gründliche Untersuchungen Aufschluss über die Qualität eines Kinderwagens. Die Funktionalität eines Wagens hingegen erfahren Eltern bald selbst. Allerdings erst nach dem Kauf.
Sitzgröße
Besser man beachtet schon vorher die Liege- und Sitzmaße. Für Kinder bis zum Alter von etwa sechs Monaten sollte die Liegeschale 80 mal 35 Zentimeter Liegefläche bieten. Für die Sitztiefe sieht die Norm 21 Zentimeter vor und 38 Zentimeter für die Lehnenhöhe. 21 bis 24 Zentimeter Sitztiefe, 35 Zentimeter Sitzbreite und – aus Sicherheitsgründen – 50 Zentimeter Lehnenhöhe gelten aber nach Stiftung Warentest als angemessen. Wichtig für die Bequemlichkeit der großen Kleinen sind auch höhenverstellbare Fußstützen.
Gurtsystem
Gurtsysteme sind vorgeschrieben und schlicht nötig für kleine Zappelkinder. Beckengurte allein reichen da nicht aus. Gurte sollten übersichtlich und entsprechend leicht in der Handhabung und sicher befestigt sein. Nicht viel verlangt, mag man sich denken, und trotzdem allzu oft vernachlässigt.
Feststellbremse
Auch feststellbare Bremsen sind für alle Kinderwagen vorgeschrieben. Und sollten benutzt werden. Auch auf nicht merklich abschüssigen Wegen können sich leichte Kinderwagen in Gang setzen. Manchmal unbemerkt. Eine Feststellbremse verhindert das leicht. Wenn sie einwandfrei funktioniert.
Gewicht
10 Kilogramm weniger Kinderwagengewicht machen auch das Leben leichter, an Treppen und Bordsteinkanten, auf unebenem Boden und einfach immer. Für die Wendigkeit wiederum ist das Gewicht nicht das einzige Kriterium, aber auch ein wichtiges. Und es lässt sich einfach beurteilen, leicht also.
Größe
Ganz klein darf ein Kinderwagen nicht sein, soll ein Kind bequem hineinpassen. Aber auch um wendig und manövrierfähig zu sein, nehmen sich viele Kinderwagen Raum. Und unwichtig ist das nicht. An Zugtüren, in Menschenmengen und im Hausflur sind große Wagen aber leicht ein Ärgernis. Und zusammengeklappt passen viele angenehm fahrbare Wagen in kaum einen Kleinwagen. Hier müssen Eltern abwägen.
Bereifung
Auch bei der Entscheidung über die Bereifung sollten Eltern besonders ihre Gewohnheiten miteinbeziehen. Luftreifen sind auf unebenem Grund, im Wald z.B. vorzuziehen und sollten mit einer guten Wagenfederung einhergehen. Vollgummiräder sind für Stadtkinder geeignet. Sie fahren auf Asphalt gut.
Das war jetzt viel. Und nicht einmal alles. Denn der Preis bleibt wohl für die Allermeisten ein entscheidendes Kriterium. Schwindelerregend hoch kann er sein. Der Gebrauchtkinderwagenmarkt ist allerdings groß und so wird sich schon ein Wagen finden lassen. Dass er allen Ansprüchen entspricht, ist allerdings zu bezweifeln.
