Bettruhe

Es ist Nacht und ich laufe in meinem düsteren Wohnzimmer im Rechteck. Immer und immer wieder dem Muster meines Teppichs folgend. Ich schuckel mein schreiendes Baby, nicht zu sehr natürlich, obwohl mir danach zumute wäre, und singe Schlaflieder. Ich stoße sie heraus.

Aber nur eine schläft in diesem Haus. Das ist die Mutter des Kindes. Sie hat es wohl verdient, immerhin stillt sie das Kind mehrmals jede Nacht. Das seit drei Monaten, weitere werden folgen. Trotzdem würde ich sofort tauschen. Denn aufstehen muss sie jedenfalls nicht dafür. Das Baby liegt nachts, wenn es nicht schreit, in unserem Bett.

"Das ist der Fehler.", sagen meine Schwiegereltern. "Ein Kind braucht sein eigenes Bett." Und in Gedanken fügen sie hinzu: "Und ein eigenes Zimmer." Und sie schenken uns Bücher, die dasselbe sagen. Es gibt auch andere. Und schenken uns eine Wiege. Es gibt auch Kinderbettchen, die man mit dem elterlichen Bett verbinden kann. Aber mich beeindruckt das alles wenig.

Mein Kind schläft schlecht aus demselben Grund, aus dem es schreit. Nicht, weil es in unserem Bett liegt und nicht weil ich es trage. Und weil ich das weiß, beschließe ich noch geduldiger zu sein mit meinem Kind und bin überzeugt, dass ich es schaffe. Während mein Kind schläft. Am Tag. In seiner Wiege.


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