Babys Nachtschlaf

Alle Kinder wachen nachts mehrmals auf. Wenn jemand prahlt, sein Kind habe schon mit zwei Monaten durchgeschlafen, kann er damit nur meinen, sein Kind habe bereits früh gelernt nachts eigenständig und ohne Unruhe wieder einzuschlafen. Und auch das ist ungewöhnlich. Denn die neuen Erdenbürger brauchen nicht nur Zeit, ihren eigenen Schlafrhythmus zu finden und erst recht ihn an Tag und Nacht anzupassen. Sie brauchen vor allem den Kontakt zu ihren Bezugspersonen, die immer wiederkehrende Bestätigung, dass sie nicht allein gelassen werden mit ihren überwältigenden Bedürfnissen nach Ruhe und Aufmerksamkeit, Schlafen und Wachen. Und so brauchen kleine Babys auch nachts den Kontakt zu den Eltern, Zeichen von Nähe und Sicherheit.

Und nein, das widerspricht nicht der Erziehung hin zum eigenständigen Ein- und Weiterschlafen. Vielmehr ist die hier gespendete Sicherheit die Voraussetzung für spätere Selbstsicherheit. Regelmäßigkeiten, klare Tagesabläufe und Einschlafrituale können dabei schon früh helfen, der Welt für Kinder die Bedrohlichkeit zu nehmen. Aber es macht Sinn, heutige Rituale mit Zukunftszielen abzugleichen. Schön mag es sein, Babys zu tragen, bis sie einschlafen. Doch nicht gerade mehrmals jede Nacht auf unbestimmte Zeit. Bequemer ist es da, die Kinder durchs Stillen zu beruhigen. Aber bitter wird es für die Kleinen, wenn ihnen eines Tages die mütterliche Brust verwehrt bleibt, während sie noch nicht gelernt haben, ohne Muttermilch einzuschlafen. Sinnvoller scheint es da, Babys nur anzulegen, wenn sie wirklich hungrig sind und ansonsten durch Streicheleinheiten und Worte zu beruhigen. Von denen sollte man auch in Zukunft im Überfluss zur Verfügung haben.


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