Der Plötzliche Kindstod

Der Plötzliche Kindstod, der plötzliche Säuglingstod oder Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) bedeutet den unerwarteten Tod eines zuvor gesunden Babys oder Kleinkindes. Der Tod tritt ohne erkennbare Ursache ein. In Deutschland ist dies die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr und trifft fast jeden Tag ein Baby. Meistens tritt der Tod im Alter zwischen zwei und vier Monaten auf. Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko dann stetig ab. Nach dem ersten Geburtstag ereignen sich noch 2 bis 6 % der Todesfälle.

Mit der heutigen Sterblichkeit von etwa 0,04 % hat sich die Situation allerdings bereits stark verbessert. Seit Risikofaktoren gründlich erforscht und Vorbeugemaßnahmen in Kampagnen an Eltern herangetragen wurden, gingen die Fälle des Plötzlichen Kindstodes zwischen 1991 und 2003 um 67 % zurück. Und nach zahlreichen Untersuchungen ist noch immer davon auszugehen, dass bei entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen fast 90 Prozent der Tode verhindert werden können.

Die Ursachen für den Plötzlichen Säuglingstod sind nicht geklärt. Die allermeisten Todesfälle ereignen sich in der Schlafenszeit der Kinder. Verschiedene Faktoren scheinen zusammenzukommen, wenn Babys an diesem Syndrom sterben. Überwärmung und Atemrückstau sind hier Ursachen, die Eltern durch entsprechende Maßnahmen verhindern können.

Vorsichtsmaßnahmen

Kinder sollten nicht auf dem Bauch schlafen. Schon durch diese Empfehlung ist die Zahl der plötzlichen Todesfälle deutlich zurückgegangen. Noch vor einigen Jahren wurde gleichzeitig von der Rückenlage abgeraten, aus Sorge auf diese Weise könnte Erbrochenes besonders leicht in die Luftröhre geraten. Diese Meinung gilt als überholt. Heute wird vielmehr die Seitenlage vermieden, da Babys auch aus dieser in die Bauchlage geraten könnten.

Auch Rauchen ist ein bedeutsamer Risikofaktor. Weder in der Schwangerschaft noch im ersten Lebensjahr des Kindes sollten Eltern rauchen. Die Umgebung von Kindern und besonders ihr Schlafensplatz sollten stets rauchfrei sein.

Zur Verhinderung von Atemrückstau oder Überwärmung spielt der Schlafensplatz des Babys eine zentrale Rolle. Das Wärmebedürfnis von Babys wird häufig überschätzt. Säuglinge mögen es eher kühl. Dabei lässt sich am Nacken leicht feststellen, ob dem Kind zu warm oder zu kalt ist. Da Babys überschüssige Wärme über den Kopf ableiten, sollten sie im Bett keine Mützchen tragen. Auch bei Krankheit genügen Windel und Schlafanzug. Eine Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius ist ideal.

Auf Kopfkissen, Nestchen und Felle sollte in Kinderbetten verzichtet werden. Schlafsäcke sind Bettdecken vorzuziehen. Nicht nur Überwärmung wird so verhindert, auch die Atemwege bleiben so unbehindert. Denn wird das Gesicht eines Babys durch eine hochrutschende Decke oder Umpolsterung bedeckt, kann dies zu einem Atemrückstau führen. Auch die Matratze sollte luftdurchlässig und möglichst fest sein. Die gleichmäßigen Atemgeräusche der Eltern können die Atemregulation des Kindes positiv beeinflussen. Deshalb und auch damit das Baby in Hörweite der Eltern ist, sollte das Baby im ersten Lebensjahr im Elternschlafzimmer schlafen.

Einiges lässt sich also tun, um das Risiko eines Plötzlichen Säuglingstodes zu minimieren. Und angesichts des Schreckens und der Trauer, den ein solcher Schicksalsschlag für jeden Betroffenen bedeutet, sollte es unbedingt getan werden.


Laufgitter.de  Impressum  Kontakt  Sitemap