Schlafenszeiten

Wer das Schlafbedürfnis seines Kindes nicht berücksichtigt, muss dies häufig teuer bezahlen. Mit einem quengelnden, schreienden oder überdrehten, in jedem Fall einem unausgeglichenen Kind. Da achtet man doch lieber auf die geröteten Augen eines Säuglings und die bewährten Einschlafzeiten und -rituale eines Kleinkindes. Babys und Kleinkinder brauchen viel Schlaf. Ein drei Monate alter Säugling braucht im Durchschnitt 15 Stunden Schlaf täglich, wobei zu dem Nachtschlaf noch drei Schlafphasen am Tag kommen. Ein Einjähriges braucht noch knapp 14 Stunden und auch ein fünf Jahre altes Vorschulkind benötigt durchschnittlich noch 11 Stunden Schlaf.

Andererseits wird das Schlafbedürfnis der Kleinen nicht selten überschätzt. Wer will es ruhebedürftigen Eltern vorhalten, dass sie den Mittagschlaf ihres Kindes nicht missen und auch abends den Tag gerne alleine oder als Paar ausklingen lassen wollen. Wenn dies aber entgegen den Schlafbedürfnissen des Kindes durchgesetzt wird, führt es zu kindlichen Ein- und Durchschlafproblemen, frustrierten Kindern und umso erschöpfteren Eltern. Besser man erzwingt keinen Mittagschlaf und schränkt ihn ein, wenn aus ihm Ein- und Durchschlafprobleme in der Nacht resultieren.

Auch am Abend sollten die persönlichen Bedürfnisse des Kleinkindes an erster Stelle stehen. Wann Zeit ist ins Bett zu gehen, hängt einerseits von der nötigen Aufstehzeit am nächsten Morgen und andererseits vom sehr individuellen kindlichen Schlafbedarf ab. Wer einen Mittagsschlaf macht, muss entsprechend später ins Bett oder früher aufstehen. Auch die Zeit, die ein Kind am Abend zum Einschlafen braucht, ist sehr unterschiedlich und muss einkalkuliert werden. Wenn die Aufstehzeiten am Morgen noch flexibel gehandhabt werden können, sollte man dem Rhythmus der Kleinen weitestgehend nachgehen. Denn Kinder haben wie Erwachsene ihre eigenen Schlafvorlieben. Die so genannten „Eulen“ sind kleine Langschläfer und werden gegen Abend erst richtig munter. "Lerchen" hingegen werden abends früh müde und sprudeln dafür am frühen Morgen bereits über vor Energie. Das zu berücksichtigen, mag nicht immer in den Tagesplan der Eltern passen, hilft aber Schlafprobleme zu vermeiden. Und das wiederum kommt auch den Erwachsenen zugute.


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